Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe kommen praktisch in allen Pflanzen vor, in tierischen Produkten sind sie jedoch nicht enthalten. Der Bedarf kann also nur über Gemüse, Obst etc. gedeckt werden. Einige Beispiele: Vom Allicin (Knoblauch) weiß man, daß es noch in einer Verdünnung von 1:125.000 das Wachstum von Bakterien und Pilzen hemmt. Die Inhaltsstoffe von Kohl und Brokkoli gelten als stark krebshemmend. Carotinoide (Beta-Carotin, Alpha-Karotin, Lutein, Lycopin, Canthaxanthin, etc.) sind die gelb-roten Pflanzenfarbstoffe aus Gemüsen und Früchten wie zum Beispiel Karotten, Paprika, Tomaten, Spinat. Etwa 600 Carotinoide sind bisher in ihrer chemischen Struktur aufgeklärt. Ihnen allen ist gemeinsam, daß sie meist 40 Kohlenstoffatome mit einer großen Anzahl an ungesättigten Doppelbindungen aufweisen. Es ist als gesichert anzusehen, daß der regelmäßige Verzehr carotinoidreicher Obst- und Gemüsesorten das Krebsrisiko von Lunge, Magen, Prostata, Blase, Brust und Dickdarm verringert. Sehr interessant ist auch die Gruppe der Phytoöstrogene. Chemisch gesehen werden sie als Isoflavonoide und Lignane bezeichnet. und der Gruppe der Polyphenole zugeordnet. Isoflavonoide wie Genistein, Daidzein und Formononetin sind vor allem in Sojabohnen, Sojamehl und Leinsamen enthalten. Lignane wie Matairesinol und Lariciresinol kommen im Vollkorn-Getreide, und zwar in der Kleie und in der Aleuronschicht vor. Studien konnten nachweisen, daß Frauen, die vermehrt pflanzliche Lebensmittel mit hohem Phytoöstrogen-Gehalt konsumieren, seltener an östrogenbezogenen Krebsarten wie Brust- Gebärmutterschleimhaut- und Dickdarmkrebs erkranken. Phytosterine sind die pflanzlichen Analoga des tierischen Cholesterins. Sie weisen chemisch, wie Cholesterin, als Grundgerüst einen Cyclopentanoperhydrophenantren-Grundkörper auf. Die als Nährstoffe bekannten Phytosterine sind Beta-Sitosterin, Campesterin und Stigmasterin. Enthalten sind sie in fettreichen Pflanzenteilen wie Saaten, Nüsse, Gemüsekeimlinge sowie in ungeschälten Getreidekörnern und Getreidekeimlingen. Sehr reich an Phytosterinen sind die kaltgepreßten Öle von Kürbiskernen, Sonnenblumen, Sesam, Soja, aber auch Weizenkeimöl, Mais, Traubenkernöl und Olivenöl. Phytosterine dürften sich zum Teil anstelle des tierischen Cholesterins in die Zellmembranen einfügen und über einen noch unbekannten Mechanismus eine fehlregulierte Zellvermehrung (Krebs) verlangsamen oder verhindern. Sie können auch das Blutcholesterin senken, weiters dienen Phytosterine als Ausgangssubstanz für die Bildung körpereigener Hormone (Corticosteroide, Sexualhormone). 6 Laboranalyse empfehlenswert Der gesamte Stoffwechsel des Menschen besteht aus einer Vielzahl von komplizierten, biochemischen Reaktionen. Bei den Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Anti-Oxidantien, Aminosäuren, Fettsäuren, etc.) handelt es sich um hochwirksame Substanzen, die in diese biochemischen Reaktionen "eingreifen". Mikronährstoffe dürfen also nicht nach Belieben oder auf "Empfehlung" von Freunden oder Bekannten eingenommen werden. Vor allem dann nicht, wenn es sich um höher dosierte Präparate handelt. Es ist empfehlenswert, den Mikronährstoff-Status (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente) analysieren zu lassen (Blut, Harn). Wichtig ist auch die Untersuchung von Parametern der Freien Radikale bzw. des Oxidativen Stress (z. B. Malondialdehyd, Gesamt-Anti-Oxidantien-Status, Glutathion) und der individuellen Entgiftungskapazität der Leber. Analysiert werden sollten weiters bestimmte Umweltschadstoffe wie zum Beispiel die toxischen Schwermetalle (Blei, Cadmium, Quecksilber). Diese Analysen sind beim (noch) gesunden Menschen wichtig, besondere Bedeutung haben sie im Falle einer bereits vorhandenen Krankheit (Infarkt, Krebs, Allergien, Schmerzsyndrome, entzündliche Erkrankungen wie zum Beispiel Rheuma, Colitis ulcerosa, Mb. Crohn etc.). Nur aufgrund solcher exakter, biochemischer Analysen kann man eventuelle Mängel gezielt ausgleichen, Mikronährstoffe zur Therapie von Krankheiten einsetzen und eine eventuelle Belastung mit Umweltschadstoffen erkennen.